Wir trauern um Anna Szałaśna
Anna Szałaśna wurde am 31. Oktober 1926 in Chryplin in der Woiwodschaft Stanisławów (heute Ukraine) geboren.
Im Jahr 1943 wurde sie von der Gestapo verhaftet und in das Gefängnis in Tarnów gebracht, wo sie brutal verhört wurde. Da sie kein Geständnis ablegte, wurde sie anschließend in das Konzentrationslager Auschwitz-Birkenau deportiert (Häftlingsnummer 47628).
Im Jahr 1944 war sie im Häftlingskrankenbau (HKB) in Birkenau untergebracht. Dank der Hilfe einer Pflegerin erhielt sie eine sogenannte „Schonungskarte“, die sie von der Teilnahme an den täglichen Appellen befreite. Aufgrund einer Beinamputation infolge einer Bombardierung zu Beginn des 2. Weltkrieges trug Anna Szałaśna eine Prothese.
Im August 1944 wurde sie in das Frauenkonzentrationslager Ravensbrück deportiert, wo sie zur Zwangsarbeit in den Siemens-Werken eingesetzt wurde. Im April 1945 konnte sie im Rahmen der Hilfsaktion des Schwedischen Roten Kreuzes unter der Leitung von Graf Folke Bernadotte für die Opfer des NS-Regimes nach Schweden ausreisen, wo sie vorübergehend Aufnahme fand.
Im Sommer 1946 kehrte sie nach Polen zurück, absolvierte das Lyzeum für Erwachsene und legte 1948 das Abitur ab. Anschließend zog sie nach Posen (Poznań) und begann ein Studium der Musikwissenschaft.
Im Jahr 1959 ließ sie sich in Warschau nieder. Dort arbeitete sie am Institut für Kunst der Polnischen Akademie der Wissenschaften (PAN) und spezialisierte sich auf ethnische Musikwissenschaft.
Anna Szałaśna engagierte sich über viele Jahre hinweg in der Erinnerungsarbeit. Sie war eine enge Freundin der Internationalen Jugendbegegnungsstätte in Oświęcim. Solange es ihr Gesundheitszustand erlaubte, traf sie dort regelmäßig Jugendliche und andere Besuchergruppen wie auch mehrfach Teilnehmerinnen und Teilnehmer unserer Studienfahrten. Dabei berichtete sie eindrucksvoll von ihrem Leben und ihren Erfahrungen. Diese Gespräche haben auch uns nachhaltig bewegt.
Wir waren Anna Szałaśna seit Jahren persönlich verbunden. Unvergessen wird uns die gemeinsame Feier ihres 97. Geburtstages in der Internationalen Jugendbegegnungsstätte in Oświęcim bleiben.
Unsere Gedanken sind in diesen schweren Stunden bei ihrer Familie. Wir werden ihr immer ein ehrendes Andenken bewahren.
Der Vorstand der Lagergemeinschaft Auschwitz – Freundeskreis der Auschwitzer e.V.
Auschwitz-Überlebende Eva Umlauf zur Präsidentin des Internationalen Auschwitz Komitees gewählt
Stehend: Piotr Wislicki, Avi Rosenthal, André Goldstein, Christoph Heubner (Vizepräsident IAK), Emanuele Fiano, Marton Szekhelyi, Dr. Sascha Feuchert (Gast), Jehuda Haber
Die Lagergemeinschaft Auschwitz – Freundeskreis der Auschwitzer trauert um Gerhard Merz
Wir verlieren einen streitbaren Freund und scharfsinnigen Gesprächspartner, der mit uns zusammen Projekte wie die Studienfahrten nach Auschwitz fortgesetzt und auch neue Vorhaben vorangetrieben hat.
„Von Auschwitz nimmt man keinen Abschied”. Dieses Credo hat Gerhard schon früh im Laufe seines politischen und gesellschaftlichen Engagements verinnerlicht und auch im November 2019 betont, als er bei der Mitgliederversammlung der Lagergemeinschaft Auschwitz – Freundeskreis der Auschwitzer erstmals zum Vorsitzenden gewählt wurde. Er hat damit den Leitsatz „Über Auschwitz darf kein Gras wachsen“, den unser Vereinsgründer Hermann Reineck unserem Verein vorangestellt hat, konkretisiert.
Was dies im Einzelnen bedeutet, hat Gerhard in einem Interview (u.a. in unserem Mitteilungsblatt) erläutert: „Seit Beginn meines wachen politischen Lebens steht die Auseinandersetzung mit dem Nationalsozialismus, der Judenverfolgung, dem Holocaust oder der Shoah mit im Zentrum meines Denkens und Handelns. In unterschiedlichen beruflichen und politischen Rollen habe ich versucht, einen Beitrag zur Bekämpfung der aktuellen Erscheinungsformen des Rechtsextremismus, Neofaschismus/Neonazismus, des Antisemitismus und Rassismus und für die Erinnerung an alle Opfer zu leisten.“
Seine Kandidatur für den Vorsitz der Lagergemeinschaft und des Freundeskreises der Auschwitzer hat Gerhard als Herausforderung verstanden, sich hier weiter zu engagieren und der bröckelnden Bereitschaft, den Hass und die Hetze sowie die Diskriminierung im Alltag zu bekämpfen, entgegenzuwirken. Als Mahnung zitierte er oft Primo Levis Diktum über die deutschen Menschheitsverbrechen, die in dem Namen des Vernichtungslagers Auschwitz ihren Ausdruck finden: „Es ist geschehen, und folglich kann es wieder geschehen: Darin liegt der Kern dessen, was wir zu sagen haben. Es kann wieder geschehen, überall.”
Unser Mitgefühl und unsere Anteilnahme gehören Gerhards Familie und allen, die ihm nahestanden.
Wir trauern um Éva Fahidi-Pusztai
Sie hat der Lagergemeinschaft Auschwitz – Freundeskreis der Auschwitzer e.V. (LGA) bei vielen Veranstaltungen zur Verfügung gestanden und ihre Geschichte erzählt.
Éva Fahidi wurde am 22. Oktober 1925 in Debrecen (Ungarn) geboren. Im Juni 1944 wurde sie mit ihrer Familie nach Auschwitz/Birkenau verschleppt. Nach der Ankunft wurde sie von ihrer Mutter und Schwester getrennt, die beide in der Gaskammer getötet wurden. Auch der Vater verstarb kurz darauf im Lager.
Éva wurde im August 1944 zur Zwangsarbeit in ein Außenlager des KZ Buchenwald (Münchmühle, bei Allendorf) transportiert. Dort musste sie in der Granatenproduktion für ein Unternehmen der IG Farben arbeiten.
Sie überlebte und kehrte 1945 nach Ungarn zurück. Fast ihre gesamte Großfamilie hat die Verfolgung und Vernichtungslager nicht überlebt.
Éva hat gerade junge Leute mit der Art, über ihr Leben zu erzählen, beeindruckt und berührt. Sie war Ehrenmitglied der LGA.
Wir werden ihr ein ehrendes Andenken bewahren.
Präsentation Gedenkstättenfahrt
Wir trauern um Zofia Posmysz
Wir werden ihr ein ehrendes Andenken bewahren.
Anne Frank zum 90. Geburtstag
Dear Friends, liebe Freunde!
Commemorating the 90th birthday of Anne Frank today we launched a small reminder or exhibition on a fence opposite the Holocaust-Memorial in Berlin.
Please see the photos. You may use them if you wish for your own purposes or sharing them in the Internet.
Best wishes
Christoph Heubner
Executive Vice-President Internationales Auschwitz-Komitee
12.6.2019










