Zeitzeuginnen-Gespräch mit Edith Erbrich

29. Januar 2020, 19 Uhr
Alte Kunsthalle in der Kongresshalle
Berliner Platz 3
35390 Gießen

Der Eintritt ist frei.

 

Aus Anlass des Internationalen Holocaust-Gedenktag laden die Lagergemeinschaft Auschwitz – Freundeskreis der Auschwitzer e.V. und die Arbeitsstelle Holocaustliteratur an der Justus-Liebig-Universität Gießen in Zusammenarbeit mit dem Magistrat der Universitätsstadt Gießen zu einem Zeitzeuginnen-Gespräch mit der Holocaust-Überlebenden Edith Erbrich ein. Schirmherrin der Veranstaltung ist Oberbürgermeisterin Dietlind Grabe-Bolz.

Edith Erbrich wurde 1937 in Frankfurt am Main als Edith Bär geboren. Susanna, ihre katholische Mutter, wurde in Beugehaft genommen und sollte sich von ihrem jüdischen Mann scheiden lassen. Sie weigerte sich. Den Töchtern wurde das „J“ in den Ausweis gestempelt, und sie durften nicht mehr zur Schule gehen. Am 14. Februar 1945, sechs Wochen bevor die US-Armee in Frankfurt einrückte, wurden Norbert Bär und seine Töchter Edith (acht Jahre alt) und Hella (geb. 1933) ins Lager Theresienstadt deportiert. Hierhin waren bereits zuvor die Großeltern väterlicherseits verschleppt worden. Theresienstadt galt als das „Wartezimmer des Todes“.  Edith wurde von ihrem Vater und ihrer Schwester getrennt und von den Wärterinnen gedemütigt und gequält. Zum Zeitpunkt ihrer Deportation war das Vernichtungslager Auschwitz bereits von der Roten Armee befreit worden (am 27. Januar 1945). Wäre es nach den Plänen der Organisatoren des Holocausts und ihrer Helfershelfer gegangen, so wären Norbert Bär und seine Töchter sowie andere mit dem Transport XII/10 von Frankfurt aus nach Theresienstadt Deportierten, am 9. Mai nach Auschwitz weiter verschleppt worden, um in Birkenau vergast zu werden. Dies hat Norbert Bär erfahren, als er nach der Befreiung von Theresienstadt am 8. Mai bei der Erledigung der bürokratischen Formalitäten wegen der Rückkehr nach Frankfurt in der Kommandantur die Gestapo-Akten einsehen konnte. Die Bärs konnten nach Frankfurt zurückkehren. Von den Eltern Norbert Bärs überlebte nur die Mutter.

Während Hella Bär bis heute nicht über ihre Verfolgung sprechen kann, berichtet Edith Erbrich seit 2001 in Schulen und bei öffentlichen Veranstaltungen über ihr Leben und Überleben. Mit dem Journalisten Peter Holle hat sie lange Gespräche geführt und mit ihm ihr Erinnerungsbuch „Ich hab’ das Lachen nicht verlernt“ geschrieben.

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