Am Samstag, 22. August 2020, nach Hanau!

Demonstration gegen Rassismus und Gedenken an die Opfer des Mordanschlags vom 19. Februar 2020

 

Die Lagergemeinschaft Auschwitz – Freundeskreis der Auschwitzer schließt sich den Aufrufen an, am Samstag an der Demonstration und der Kundgebung zur Erinnerung an den mörderischen rassistischen Terroranschlags vom 19. Februar dieses Jahres sowie dem Gedenken an die Opfer teilzunehmen.

Treffpunkt ist um 13 Uhr im Stadtteil Kesselstadt am Kurt-Schumacher-Platz. Die Kundgebung findet um 14 Uhr in der Innenstadt auf dem Freiheitsplatz statt. Sie steht unter den Forderungen „Erinnerung – Gerechtigkeit – Aufklärung – Konsequenzen“.

Rassistisch motivierter Hass war das Motiv des Täters, zu dem er sich in einem selbstgedrehten Video bekannte. Wir erinnern an die von Christoph Heubner, Exekutiv-Vizepräsident des Internationalen Auschwitz Komitees, am 20. Februar verfasste Presseerklärung: „Auschwitz-Überlebende in aller Welt sind von den Morden in Hanau entsetzt und sehen in ihnen eine neue Machtdemonstration rechtsextremen Hasses, der immer alltäglicher wird und überall auftreten kann. Immer öfter demonstrieren terroristische Einzeltäter, die in Wirklichkeit in der virtuellen Welt des rechten Hasses bestens vernetzt sind und sich von Parteien wie der AfD getragen sehen, wie einfach es mittlerweile geworden ist, Andersdenkende und Anderslebende hinzurichten und auszumerzen. Heutzutage kann jeder Auschwitz in seine eigenen Hände nehmen. Und wieder scheint der Staat, scheint die Polizei der Veränderung dieser Welt gegenüber nicht gewappnet. Es braucht jetzt dringend einen Gipfel der demokratischen Parteien, bei dem über die veränderte Gefahrenlage angesichts der Entwicklungen im rechtsextremen Spektrum und Abwehrmaßnahmen des Staates diskutiert wird. Hierzu gehört auch eine ehrliche Bestandsaufnahme über die zunehmende Anfälligkeit einzelner Polizisten für rechtsextreme, staatsverachtende und antisemitische Parolen.“

Am Samstag in Hanau geht es darum gemeinsam mit den Betroffenen, Angehörigen und Freunden der Opfer für eine Gesellschaft der vielen einzustehen.

Die Lagergemeinschaft Auschwitz – Freundeskreis der Auschwitzer (mit Sitz im Wetteraukreis) wurde 1979 auf Initiative des Auschwitz-Überlebenden Hermann Reineck (1919 – 1995) gegründet. Unser gemeinnütziger Verein unterstützt Opfer der nationalsozialistischen Verbrechen und deren Angehörige. Er leistet politische Bildungsarbeit durch die Vermittlung von Zeitzeugengesprächen, Studienfahrten zu Gedenkstätten und anderen Veranstaltungen zu Themen des deutschen Völkermords und den gesellschaftlichen Voraussetzungen. Damit kämpft er auch gegen die gegenwärtig auftretenden Erscheinungen von Rassismus und Diskriminierung.